Bremen schreibt wieder Geschichte

Bremen ist eine Stadt in der immer wieder Geschichte geschrieben wird. So wurde am 04. November 1918 in Bremen die Räterepublik ausgerufen. Diese wurde allerdings am 04. Februar 1919 blutig nieder geschlagen. Und im Oktober 1979 zog mit der Bremer Grünen Liste erstmals eine Vorgängerpartei von Bündnis ’90/Die Grünen in ein Länderparlament ein.

Und jetzt im August 2019 nimmt zum ersten Mal eine Koalitionsregierung von SPD-B’90/Grüne-DIE LINKE (R2G) seine Geschäfte in einem westdeutschen Bundesland auf.

DSCI0005„Bremen war schon immer für eine Überraschung gut“ so Siegfried Seidel, Mitglied im Bundes -und Landeskoordinierungskreis der Emanzipatorischen Linken,“und in Bremen gibt eine stattliche Anzahl von alternativen Projekten und ich kann mir gut Vorstellen, das R2G in Bremen eben auch in diesem Sinne solidarisch vor Ort einen Politikwechsel einläuten wird.“

Einige zentrale Punkte des Koalitionsvertrages sind:

  • Das Betreuungsangebot für unter Dreijährige soll ausgebaut werden. Bis zum Ende der Legislaturperiode soll es für mindestens 60 Prozent einen Betreuungsplatz geben.
  • R2G will auch mehr Lehrer*innen und Sozialpädagog*innen einstellen.
  • Bis 2023 will die Hansestadt aus der Kohleverstromung aussteigen und die Bremer Innenstadt soll bis 2030 autofrei sein.
  • Und ebenfalls ein sehr zentraler Punkt für R2G es sollen 10.000 neue Wohnungen entstehen, davon 3000 Sozialwohnungen.
  • Es soll die Einführung eines kostenfreien ÖPNV’s geklärt werden.

 

„Ich finde, das dieser Koalitionsvertrag auch für Hannover wegweisend sein kann.“ so Seidel, der von 2006 -2016 dem Bezirksrat Ahlem-Badenstedt-Davenstedt angehörte. „Ich wünsche den Bremer*innen auf jeden Fall viel Erfolg“.

 

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10 Jahre Ema.Li Teil 10: Das neue Basispapier

Ema.Li NeuAuf der Mitgliederversammlung die während der dritten Akademie der Ema.Li im Februar 2019 in Wiesbaden stattfand,  wurde dann ein neues Basispapier verabschiedet.

                  ANDERS LEBEN, ANDERS ARBEITEN, ANDERS KÄMPFEN – FÜR EINE EMANZIPATORISCHE LINKE

Weil wir von der Notwendigkeit einer starken Linken in Deutschland überzeugt sind, weil wir meinen, dass diese Freiheit und Sozialismus im Kern zusammen denken muss und weil wir mit unseren Positionen und einer Schnittstellenfunktion zu anderen die Ausrichtung der LINKEN mitgestalten wollen, wirken wir als Emanzipatorische Linke zusammen.

In der Programmatik der Partei DIE LINKE gibt es leider zu wenig linksemanzipatorische und radikal- demokratische Inhalte. Die Emanzipatorische Linke lädt alle Menschen innerhalb und außerhalb der Partei DIE LINKE zur Mitarbeit ein, um immer wieder den nötigen Druck aufzubauen und auf die innerparteiliche Meinungsbildung im Sinne einer links-emanzipatorischen Politik Einfluss zu nehmen.

zum kompletten neuen Basispapier kommt hier

 

https://scontent.fhaj2-1.fna.fbcdn.net/v/t39.24130-6/62646766_2765096833562294_1711393242759345777_n.mp4?_nc_cat=103&efg=eyJ2ZW5jb2RlX3RhZyI6Im9lcF9oZCJ9&_nc_oc=AQk2QvEzpVtlnKPI8l8i4iwPNwNVMUoxmAoaQcroqN93uaVLuL06_dFZw7dMp4EmjvqxhxShc4rPAuxfeYAuAhh&_nc_ht=scontent.fhaj2-1.fna&oh=2ecb33ba6ed16aa6152282a3f4ad729f&oe=5DD254CE

 

 


10 Jahre Ema.Li Teil 9: Die Akademien der Ema.Li 2017 – 2019

Eigentlich sollte die erste Akademie schon im Dezember 2016 stattfinden sollen, aber verschiedene Fakturen führten dazu, das die erste Akademie erst im April 2017 im Naturfreundehaus in Hannover statt fand.

„Auf zu neuen Ufern!“ – war das Motto der ersten Akademie der Emanzipatorischen Linken vom 31. 03 – 02.04. 2017 in Hannover.

„100 Jahre Bahnsteigkarte“ – war das Motto der zweiten Akademie vom 20.04 – 22.04. 2018 in Leipzig

„Habemus Programm“ – war dann das Motto der dritten Akademie vom 08.02 – 10.02. 2019 in Wiesbaden

 

Akademie bei der Ema.Li heißt: Spannende und informative Podiumsdiskussionen und Workshop. Und natürlich kommt der Spaß auch nicht zu kurz, denn die Ema.Li versteht es auch zu feiern.

Teilweise kommen einige Beiträge von der Akademie 2017 zum Bedingungslosen Grundeinkommen (BGE)  in die vierte Ausgabe der Schriftenreihe „Die fabelhafte Welt der Ema.Li“.

Einige Podiumsdiskussionen wurden damals auch gestraemt, leider sind sie nicht mehr im Netz zu finden.

Zu finden sind noch die Videos der Podien der Akademie 2018. Wir wünschen euch viel Spaß beim anschauen.

 


10 Jahre Ema.Li Teil 8: Die Schriftenreihe „Die fabelhafte Welt der Ema.Li“

Im Jahre 2015 brachte die Ema.Li Niedersachsen dann die Schriftenreihe der Ema.Li heraus. Zuerst nur als kopiertes Magazin und nur in Niedersachsen erhältlich.

In ihr schieben Mitglieder und Sympathisant*innen der Ema.Li, nicht nur aus Niedersachsen. Bisher erschienen:

  • 01/15   Zur Lage der Landespartei nach dem Landesparteitag am 7./8. Februar 2015 in Hannover  (Koordinierungskreis Ema.Li Nds)
  • 02/15  Die Ema.Li stärken, DIE LINKE aufmischen! (K. Peter Laskowski/Baden-Württemberg)
  • 03/15  Frankreich, die Linke und der Front National (Siggi Seidel/Niedersachsen)
  • 04/16  Die Parole „wer Gastrecht missbraucht, hat Gastrecht verwirkt“ wird der Situation nicht gerecht – und ist niemals Links! (K. Peter Laskowski/Baden-Württemberg)
  • 05/16  Fluchtbewegungen und Armutsmigration (Uwe Schwarz/Berlin)
  • 06/16  Links und libertär? Warum die Linke mit individueller Freiheit hadert (Klaus Lederer/Berlin)
  • 07/16  Fukushima – 5 Jahre danach (Dorothée Menzner/Niedersachsen)
  • 08/16  Das Unmögliche fordern, um das Mögliche zu erreichen (Anne Helm, Oliver Höfinghoff, (beide Berlin)Peter Laskowski/Baden-Würtetemberg)
  • 09/16  Ein neues Europa entsteht von unten (Katja Kipping/Sachsen)

 

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2016 wurde diese Idee dann vom Bundeskoordinierungskreis der Ema.Li aufgegriffen und die Schriften lag pünktlich zur ersten Akademie der Emanzipatorischen Linken in Druckform vor.

Bisher sind drei Ausgaben erschienen:

Let’s make it real – Freiheit und Sozialismus

Links-Libertär

Ein neues Europa

 


10 Jahre Ema.Li Teil 7: Das Erich Mühsam Fest 2014

In diesem Jahr wird die Emanzipatorische Linke (Ema.Li) 10 Jahre jung, wir dokumentieren hier einige bedeutende Abschnitte in der Gesichte der Ema.Li.

2014 war die Ema.Li Mitveranstalter des Erich Mühsam Festes in Berlin.

Vor bald 80 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1934, wurde der jüdische Dichter und Publizist Erich Mühsam im KZ Oranienburg bestialisch ermordet. Er war eine der wichtigsten Stimmen der deutschen Bohème, emanzipatorischer Querdenker und gehörte als Revolutionär zu den Hauptakteuren der Münchner Räterepublik. Durch monatelange Folter entstellt, fand man seine sterblichen Überreste am 10. Juli 1934 aufgehängt in der KZ-Latrine. Dass er damit eines der ersten prominenten Opfer der NS-Diktatur wurde, war kein Zufall. Zum einen hatten die Nazis nicht vergessen, dass Mühsams Entlassung aus der Festungshaft 1924 ein Nebeneffekt jener Amnestie war, die eigentlich Hitler galt. Zum anderen hatten sie in Mühsam – zu Recht – einen ihrer gefährlichsten Widersacher erkannt. Er baute die Rote Hilfe mit auf und war einer der wenigen, die bis zum Schluss für eine Einigung der ideologisch zersplitterten Linken gegen den Faschismus kämpften.

Schon von 2001 bis 2004 wurde in Berlin das Andenken des großen Menschenfreundes Mühsam – jeweils am Wochenende nach dem Jahrestag seiner Ermordung – mit einem stetig wachsenden Fest gefeiert. Am Todestag deshalb, weil die Umstände seines Todes mehr über sein Leben verraten, als das Datum seiner Geburt. Als lebensbejahendes Fest deshalb, weil er sich genau das gewünscht hätte. „Menschen, lasst die Toten ruh’n und er erfüllt ihr Hoffen!“ – so heißt es in einem seiner Gedichte und an anderer Stelle fordert er dazu auf, Rotwein über seinem Grab zu trinken.

In diesem Geiste wurde das Erich Mühsam Fest von Berliner Künstlern und Vertretern verschiedener linker Gruppierungen als offenes gegenkulturelles Podium mit Lesungen, Konzerten, Ausstellungen, Performances, Vorträgen und Diskussionen konzipiert. 2001 lockte das erste noch sehr improvisierte Fest ca. 300 Menschen in das entlegene Fort Hahneberg, 2002 waren es schon ca. 600. Ins Stadtbad Oderberger Straße kamen 2003 mehr als 1.000 Menschen, und zu seinem 70. Todestag 2004 waren es 1.600 Zuschauer und über hundert Akteure auf vier Bühnen, die über alle Grenzen von Parteien und Gruppierungen hinweg im Geiste Erich Mühsams diskutierten und feierten.

Wir, die wir geistige Menschen sind, wollen zusammenstehen. In einer Reihe mit Vagabunden und Bettlern, mit Ausgestoßenen und Verbrechern wollen wir kämpfen gegen die Herrschaft der Unkultur! (…) Gerechtigkeit und Kultur – das sind die Elemente der Freiheit!

Erich Mühsam

Zwei Dinge möchten wir an dieser Stelle noch hervorheben, zum einen NOLO – Magazin für freiwillige Selbstentgrenzung.

Was ist NOLO? Dazu Erich Mühsam 1902 in der anarchistischen Zeitschrift Der ar­me Teufel. Darin heißt es:

„Nolo will ich mich nennen – nolo: Ich will nicht! Nein, ich will in der Tat nicht! Nein, ich will nicht mehr all die unnötigen Leiden sehn, deren die Welt so übervoll ist; mich all den Torheiten fügen, die uns die Freude rauben und das Glück; in all den Ketten hängen, die unsere Füße hindern auszuschreiten und unsere Hände zuzugreifen. Ich will nicht mehr mit ansehen, wie ungerecht und chaotisch des Lebens höchste Güter – Kunst und Wissen, Arbeit und Genuss, Liebe und Erkenntnis – verstreut liegen. Ich will nicht mehr – nolo!“

 

 

 

Und zweitens war die Emanzipatorische Linke Mitherausgeberin des Buches „DAS SEID IHR HUNDE WERT! – Ein Lesebuch. Erschienen im Verbrecher Verlag.

Aus dem Klappentext:

„Es ist möglich, Leben und Werk Erich Mühsams zu trennen. Er war Bohemien, Dichter, Anarchist, Humorist, politischer Publizist, Dramatiker , bisexueller Erotomane, Revolutionär, selbst in größter Not unbeirrbarer Menschenfreund und schließlich eines der ersten prominenten Opfer der Nazis.“