Den Menschen in Syrien ist es egal ob die Bomben von den Amerikanern, Assad oder Russland kommen.

Rund 70 Menschen fanden am 08.06.16 den Weg in 14. Stock des Conti-Hochhauses, nicht nur um den dort schönen Ausblick zu genießen, sondern auch um der Lesung von Katja Kipping zu lauschen.

Die Vorsitzende der Linkspartei Katja Kipping kam auf Einladung der Emanzipatorischen Linken Niedersachsen (Ema.Li) und ihren Kooperationspartner der Hochschulgruppe des Demokratischen Sozialismus (HSG)  um ihr neues Buch „Wer flüchtet schon freiwillig“ vorzustellen.

Nachdem Siegfried Seidel und  Bastian Saß die Anwesenden im Namen der Ema.Li Niedersachsen und der HSG begrüßten, stieg Katja Kipping mit ihrer Interpretation des Bildes „Das Floß der Medusa“ ein.

(…)“ Vor rund 200 Jahren, im Jahr 1819, wird in Paris ein Gemälde des Malers Théodore Géricault ausgestellt. Diese Darstellung von Schiffbrüchigen auf bewegter See wirkte ein >>Angriff auf die etablierte Gesellschaft<< (…)

Medusa

Kipping vergleicht die Schiffbrüchigen auf diesem Bild mit den Geflüchteten im Mittelmeer, die das schöne Bild des Merkel’schen Biedermeiers zerstören. „ (…) Sie führen uns unsere Mitverantwortung vor Augen. Auch wenn keiner der Geflüchteten es sich wirklich ausgesucht hat und wohl eher der Wunsch auf ein besseres Leben sie antrieb als der Wunsch, politische Botschaften zu übersenden, so tragen sie doch eine Botschaft nach Europa. Diese lautet: So wie wir wirtschaften und handeln, wie wir arbeiten, konsumieren und Politik machen – so kann es nicht weitergehen. (…)“ schreibt sie in ihrem Buch.

Danach ging Katja Kipping auf die Fluchtursachen ein und es entwickelte sich eine angeregte Diskussion, es gab Fragen zu Syrien, dem Nahen Osten im Allgemeinen. Sie stellte fest: „ es ist den Menschen in Syrien egal welche Bomben vom Himmel fallen, ob sie nun von den Amerikanern, Russen oder dem Assad Regime kommen. Sie alle bringen Tod und Verderben für die Menschen. Es gibt keine guten und schlechten Bomben.“  Auch zu wirtschaftlichen Zusammenhängen gab es Fragen und Statements, wie dieses hier: „Es werden für aus der Produktion von Hähnchenfleisch nur die „guten Teile“ verwendet, die andere Teile gehen dann als Billigexport nach Afrika und machen dort die heimische Wirtschaft kaputt.“ Katja ergänzte: „ Der Hähnchenzüchter, der  mit Mitteln der EU sich dort sich seine Existenz aufbaute, wird erwerbslos und macht sich nun auf den Weg nach Europa um dort einen Job in einen Hähnchenverarbeitenden Betrieb bekommen zu können, um so seine Familie in Afrika zu unterstützen.“ Deshalb ist Katja Kipping auch dagegen diese Menschen als Wirtschaftsflüchtlinge  zu bezeichnen.

 

Alles in allen gingen die zwei Stunden wie im Fluge zu Ende. An dieser Stelle noch einmal unser Dank an Katja Kipping, das sie den Weg nach Hannover gefunden, hat um ihr Buch „Wer flüchtet schon freiwillig“ vorzustellen. Übrigen gehen die Einnahmen des Verkaufs dieses Buches an Flüchtlingsorganisationen. Auch geht unser Dank an den Annabee Buchladen für ihren Büchertisch, die mit dem Verkauf des Katja Kipping Buches dies ermöglichten.

Siggi Seidel (für die Ema.Li Niedersachsen)

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